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Die vier Aspekte des Lernens

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Ich beschäftige mich gerade auf einer Meta-Ebene damit, was „Lernen“ ist und in dem Zusammenhang, was ein guter Lehrer ermöglichen sollte.
Dabei beziehe ich „lernen“ nicht auf die Schule, sondern auf das Leben.

Dem Neuen begegnen

Um zu lernen muss eine Begegnung mit etwas neuem passieren.

Das kann z. B. das erste Mal sein, dass in der Schule von Bruchrechnung gesprochen wird; das kann ein neuer Mensch sein, der in dein Leben tritt; das kann eine neue Problematik sein, die sich dir stellt; das kann eine neue Weise sein, sich zu bewegen.

Das Neue benennen

Das Neue muss gedanklich fassbar werden, deshalb braucht es einen Namen und muss dadurch verbalisierbar und denkbar werden.

Im Matheunterricht werden Worte eingeführt, die erklären, was dort passiert; du erfährst den Namen des neuen Menschen in deinem Leben oder findest einen Spitznamen; die neue Problematik wird verbalisiert; die Bewegungsabläufe bekommen Bezeichnungen.

Mit dem Neuen in Kontakt sein

Das Neue muss physisch fassbar werden, deshalb muss ein Kontakt damit hergestellt werden.

Im Matheunterricht wird die neue Methode geübt; mit dem neuen Mensch führst du Gespräche und kannst dir ein Bild von der Person machen; es wird eine Lösung für die Problematik gesucht; der neue Bewegungsablauf wird geübt.

Das Neue wird zum Bekannten

Schließlich wird das Neue zu etwas bekanntem. Zukünftige Begegnungen sind kein Kennenlernen, sondern ein wiedersehen.
Hier geht es darum sich mit dem Neuen wohl zu fühlen.

Im Matheunterricht fühlst du dich sicher die neue Methode auch auf unbekannte Probleme an zu wenden; den neuen Menschen erkennst du wieder und weiß, ob es ein „Freund“ oder „Bekannter“ ist; die Problematik ist dir bekannt und du kann sie souverän lösen; der neue Bewegungsablauf ist dir geläufig und du bist sicher in der Ausübung.

Die Aufgabe eines Lehrers

Die Aufgabe eines gute Lehrers ist es, alle vier Aspekte des Lernens zu ermöglichen.

Ein guter Lehrer führt seine Schüler immer wieder an neues unbekanntes heran.

Er hilf bei der Namensfindung und kennt die Bezeichnungen, die andere Menschen dafür verwenden.
Kinder finden leicht eigene Namen für Dinge, Tiere und Phänomene. Das ist super, aber irgendwann ist es hilfreich sich mit anderen Menschen austauschen zu können und dazu braucht es allgemein verstandene Namen.

Der Lehrer kann Übungen und Annäherungsweisen vorschlagen und dazu motivieren sie wirklich zu machen. Theorie alleine reicht oft nicht, um sich neues bekannt zu machen – Praxis schafft Vertrauen.

Und schließlich sollte der Lehrer dabei helfen, dass neues vertraut wird. Also eigenständig damit umgegangen werden kann.
Bei neuen Fertigkeiten und Handlungsweisen (vgl. Berufsausbildung) ist es hier besonders wichtig, dass das Selbstbewusstsein des Schülers dahingehend geprägt wird, dass das Neue als Bekanntes anerkannt wird.
Der Schüler ist nicht mehr Lernender, sondern Könner/Tuer.

Ich habe in diesem Artikel darauf verzichtet zu gendern. Trotzdem sind Menschen jeglicher Geschlechtsdefinition gemeint.

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