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Ich will eine Freundschaft mit gewissen Vorzügen

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Ich suche nach einer Frau, die Lust darauf hat mit mir eine „Freundschaft mit gewissen Vorzügen“ zu starten oder eine bestehende Freundschaft in die Richtung aus zu bauen.
Ich meine damit eine Freundschaft, in der Sex und Sexualität ein wichtiger Bestandteil ist – Liebe oder das Streben hin zu einer partnerschaftlichen Beziehung/Partnerschaft aber nicht.
Es gibt so einiges, was ich gerne ausprobieren und erforschen würde und glaube, dass die Verbundenheit und Vertrautheit auf der einen Seite und die Freiheit und Unabhängigkeit einer Freundschaft auf der anderen Seite ein guter Rahmen sind, um angstfrei und ehrlich zu experimentieren. Freundschaften kommen mit viel weniger emotionalen Ballast (Eifersucht, Scham, Minderwertigkeitsgeschichten etc) aus als Beziehungen.

Phuuu, ok, waaah, damit ist es öffentlich.

Ich bin sehr gespannt, wie dieser Beitrag angenommen wird und zusätzlich habe ich ziemlich Angst davor.

Angst deshalb, weil dieser Beitrag ein großer Schritt in eine Richtung ist, in der ich gerade forsche.

Dieser Beitrag ist direkt ein dreifacher Schritt in dieser Richtung.

  1. Ich leite hiermit ein, dass ich in Zukunft mehr über Sexualität schreiben werde – denn es gibt darüber viel zu schreiben.
  2. Ich stehe (öffentlich) zu meinen sexuellen Bedürfnissen und Wünschen.
  3. Vielleicht meldet sich ja tatsächlich jemand und hilft mir beim Experimentieren, wodurch auch 1. wiederum profitieren würde 😉

Mein Ziel ist ein offener, authentischer, bewusster und selbstbewusster Umgang mit meiner Sexualität.

Mit diesen Beitrag will ich das Feld bereiten um in der nächsten Zeit mutig darauf auf zu bauen.

Das Thema „Sexualität“

Ok, hiermit habe ich auch das Thema „Sexualität“ in meinen Blog eingeführt. Ich will offen, reflektiert und mutig darüber schreiben.
Der Mut, der nötig war, um mein Gesuch oben zu posten, wird es mir einfacher machen auch über andere Aspekte meiner Sexualität frei zu schreiben – nach dem Motto: „Jetzt ist es auch schon egal.“

Ich glaube, dass die eigene Sexualität für viele Menschen eigentlich ein großes Thema ist – aber es nicht so einfach ist daran wirklich zu arbeiten.
Auf dem klassischen Weg (Erziehung, Bildung, Traditionen, Moral) gibt es wenig hilfreiches zu erfahren. Bis zu einem gewissen Alter versuchen die Erwachsenen so zu tun, als hätte das Kind keine eigenen Sexualität, als wären da keine Bedürfnisse – oder noch schlimmer: sie sagen, dass diese Bedürfnisse falsch und schlecht sind und verbieten Möglichkeiten damit um zu gehen (vgl. Selbstbefriedigung).
Später wird es schwer sein mit älteren Menschen darüber offen zu sprechen und die gleichaltrigen haben ähnlich wenig Ahnung. Sexualität ist in gewisser Weise ein Tabu-Thema.

Und um das gleich vorweg zu nehmen. Ich glaube, dass „Sex“ und „Sexualität“ nicht unbedingt viel miteinander zu tun hat. Nur weil jemand schon viel Geschlechtsverkehr hatte und diverse lustige Stellungen an diversen lustigen Orten ausprobiert hat, muss das nicht heißen, dass die Person was über ihre Sexualität verstanden hat (kann aber wohl hilfreich sein). So glaube ich, dass ein Paar, das regelmäßig Sex hat, aber noch nie wirklich über sexuelle Wünsche, Unsicherheiten und Unklarheiten gesprochen hat, noch so einiges vor sich hat.

So, wie ich das sehe, hat unsere Gesellschaft ein ausgewachsenes Problem mit Sexualität. Und weil sich die Unzulänglichkeiten einer Gesellschaft meist auf die Menschen, die in ihr geboren werden, übertragen, haben vermutlich auch die meisten Menschen ein Problem mit ihrer Sexualität.
Ich bin jedenfalls nicht zufrieden mit der Weise, wie ich meine Sexualität lebe – deshalb will ich mich bewusst damit beschäftigen, aus den vorgegebenen Mustern ausbrechen und einen neuen Umgang mit meiner Sexualität finden.

Kaputte Sexualität

Sex ist überall. Die Zeitungen, das Fernsehen, ganz besonders das Internet, viele Gespräche und Gehirne sind voll gestopft mit Sex – auf eine sehr ungute Art.
Die Werbelandschaft ist dafür ein leicht zu findendes Beispiel. Hier wird sexualisiert ohne Ende. Produkte werden sexuell aufgeladen und erhalten damit eine Doppelfunktion.
Autos dienen nicht mehr nur der Mobilität, sondern heben gleichzeitig den sexuellen Wert seiner/s Besitzer/in. Körperpflegeprodukte werden gerne stark überspult – Deos, durch die einem Frauen hinterher laufen, Shampoos, die Organsmen bereiten…
Aber auch in Filmen und Büchern sind Sexszenen fast so schwer weg zu denken, wie die US-Flagge in Hollywood-Filmen.

Ich erkläre mir das damit, dass ein Bedarf nach sexuellem Input besteht und die Sexualisierung deshalb auch gerne in Kauf genommen wird (auch, wenn sie viele Probleme mit sich bringt). Es gibt eine große, kollektive Unklarheit der eigenen Sexualität gegenüber und somit wird jede Möglichkeit genutzt, einen Funken sexueller Orientierung auf zu schnappen, die verfügbar ist. Vielleicht hilft der Funken ja ein bisschen mehr Klarheit zu bekommen…
Nicht selten triften Gespräche in Gruppen früher oder später (je mehr Promille, desto früher) in immer mehr Anspielungen ab und enden schließlich bei sexuellen Themen.
Dabei wird teilweise sehr ausschweifend gesprochen – aber alles schön seicht an der Oberfläche. Ein wirklicher Austausch von Gefühlen, von Unsicherheiten passiert nicht.

Ich habe schon viele solcher Gespräche mit bekommen und nur wenige davon haben mich bereichert – viel öfter fühle ich mich danach innerlich einsam und habe den Eindruck, dass was fehlt.

Inzwischen habe ich ein paar Menschen gefunden, mit denen ich ehrliche und authentische Gespräche über Sexualität führen kann. Mit denen ich Unsicherheiten, Ängste, Wünsche aber auch Erfahrungen, Freunde und Begeisterung teilen kann.
„Wofür schäme ich mich?“; „Was würde ich gerne mal probieren?“; „Wie fühlt sich das an?“; „Was macht das mit mir?“

Ich wünsche mir, dass meine Sexualität klarer, ehrlicher, authentischer Bestandteil meiner Persönlichkeit wird.
Dass ich offen darüber sprechen kann, Erfahrungen, Unsicherheiten und Wünsche formulieren kann – wenn die Situation dazu geeignet ist.

Dann kann Sex etwas sein, dass nicht nur körperlich, sondern auch geistig/spirituell unglaublich nah ist.
Ich glaube, dass die eigene Sexualität ein sehr intensives Feld der Selbsterforschung und Selbsterkenntnis sein kann – aber auch eine Möglichkeit sehr intimen Kontakt mit einer (oder mehreren) anderen Person(en) auf zu bauen.

Dazu ist aber einiges an Arbeit zu erledigen. Schichten von Scham und Schuld, die seit Jahrhunderten aufgebaut wurden (Lieben Dank auch Christentum – du Arsch!) müssen abgetragen werden, unnötige Verbindungen müssen gekappt (vgl. Sex nur mit Liebe in fester Beziehung – alles andere ist unmoralisch) und so einiges an Offenheit muss aufgebaut werden.

Ich fang dann mal an…

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  1. Ich finde es toll, dass du diesen Text veröffentlichst und für dich persönlich hängt dies sicher auch mit Überwindung zusammen. Trotzdem muss ich dir leider sagen: Als Mann hast du auch heute noch den Vorteil, dass es eigentlich keines großen Mutes bedarf, einen solchen Text zu veröffentlichen. Was hast du zu verlieren? Niemand wird dich dafür verurteilen oder gar als „billig“ oder „Schlampe“ bezeichnen. Selbst wenn du nicht nach einer Freundschaft plus suchen würdest, sondern dein Plan wäre, jede Nacht dieses Jahres mit einer anderen Frau zu verbringen – wer würde sich daran stören oder fände es unmoralisch? Als Frau ist es immer noch nahezu undenkbar, all das zu wollen, sich zu nehmen und dann auch noch dazu zu stehen. Natürlich dürfen auch Frauen inzwischen über Sex reden und darüber, dass sie ihn haben. Aber doch bitte nur, wenn sie entweder in einer festen Beziehung sind oder sich zumindest eine von ihrem jeweiligen Sexualpartner erhoffen. Eine Tatsache, an der dringend gearbeitet werden muss.

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