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Satya – meine Begriffsklärung

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Ich beschäftige mich gerade viel mit der Bedeutung, die ich dem Sanskrit-Wort „Satya“ zuschreibe (Sanskrit ist eine sehr alte, bedeutungsvolle indische Sprache).
Satya ist wohl am besten mit „Wahrhaftigkeit“ zu übersetzen und ist (u. a.) eines der fünf Yamas der Yoga-Philosophie – einem Verhaltenskodex für Yogis.

Möglicherweise lade ich den Begriff mit Bedeutungen auf, die so nicht gerechtfertigt sind oder die so der eigentlichen Bedeutung entgegen laufen. Das macht mir aber nichts aus und ich mache das trotzdem…

Hier, was ich alles unter Satya verstehe:
Satya – Wahrhaftigkeit heißt für mich, die Wahrheit an zu streben. Also nach Möglichkeit nichts unwahres zu denken (ohne mir darüber bewusst zu werden) oder zu sagen (ohne mir darüber bewusst zu werden). Also auch Verantwortung für den Wahrheitsgehalt meines Denkens und Tuns zu übernehmen.
Dabei unterscheidet sich etwas wahres von etwas falschem auch darin, dass es angemessen ist.
Wenn ich also meine eigenen Fähigkeiten unterschätze oder unterbewerte, ist das ähnlich schlecht, wie wenn ich übertreibe oder überheblich bin.
Wahrhaftig ist es, wenn ich möglichst angemessen von mir denke und das möglichst angemessen vermittle.
Wahrhaftig sein heißt auch, so viel und so wenig zu wollen und nehmen wie ich brauche – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Mich nicht auf etwas einzulassen, was mir nicht gut tun wird, sondern meine Bedürfnisse so zu sehen, wie sie sind.
Sich zu überessen ist z. B. auch im Kern unehrlich. Aus Höflichkeit etwas zu verheimlichen oder anders zu sagen ist unehrlich. Etwas unangenehmes zu verheimlichen ist unehrlich. Tief zu stapeln, um jemanden anderen nicht dumm dastehen zu lassen, ist unehrlich. Vieles, was wir als höflich ansehen, ist eigentlich unehrlich – weil es so einfach nicht ist.

Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit, Angemessenheit, Authentizität.
Genau das zu sein, sagen, tun, was angemessen ist, was aufrichtig ist und dem entspricht, was ich brauche, will und kann.

Wahrhaftigkeit also auch nicht nur als „die Wahrheit sagen“, im Sinne von „keine Lügen erzählen“. Sondern auch im Sinne von: Wirklich im Moment das zu leben, darzustellen und zu sein, was ist.

Satya beschäftigt mich gerade sehr und ich versuche, mich selbst zu prüfen, wie weit ich von einem Zustand von Satya entfernt bin und Schritte in diese Richtung zu unternehmen. Das ist nicht immer leicht, aber es fühlt sich sehr wichtig an.

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